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Fermenteranalysen. Gehalte in Frischmasse oder Trockenmasse?

Um über die Spurenelementversorgung der Bakterien im Fermenter eine Aussage zu treffen, wird oft eine Laboranalyse herangezogen. Über die Interpretation der Ergebnisse gibt es unterschiedliche Ansichten, allerdings sollten die Gehalte in der Trockenmasse betrachtet werden. Hier die Begründung.

Das Labor hat das Ergebnis der Fermenteranalyse geschickt und die Ergebnisse sollen mit Richtwerten verglichen werden. Es ist sinnvoll, das diese Richtwerte in Trockenmasse angegeben sind, denn:

  • Bakterien leben nicht vom Wasser, sondern vom organischem Material.
  • Bakterien schwimmen nicht in der Flüssigkeit, sondern leben am organischen Material.

Je mehr organisches Material im Fermenter ist, umso höher ist die Trockenmasse und umso mehr Bakterien sind vorhanden. Diese brauchen natürlich mehr Spurenelemente.

Ein Beispiel: Damit der Stoffwechsel der Bakterien optimal funktioniert, werden zwei Einheiten Kobalt gebraucht. Weiter nehmen wir an, dass in einem Kilogramm Orginalsubstanz mit einem Trockenmassegehalt von 10% fünf Einheiten Bakterien leben. Diese brauchen dann 10 Einheiten Kobalt pro Kilogramm Originalsubstanz:

TM-GehaltOriginalsubstanzTrockenmasse
5%5100
10%10 Einheiten100 Einheiten
15%15100

In einem Fermenter mit nur 5% Trockenmasse sind 2,5 Einheiten Bakterien. Diese brauchen in meinem Beispiel 5 Einheiten Kobalt. Der Richtwert liegt also bei 5 Einheiten in der Orginalsubstanz. Umgerechnet auf TM 100 Einheiten.
In einem Fermenter mit 15% Trockensubstanz sind es 7,5 Einheiten, also ist der Bedarf 15 Einheiten Kobalt. Der Richtwert für Kobalt ist wiederum 100 Einheiten pro kg Trockenmasse.

Das Beispiel zeigt sehr schön, dass bei Gehalte bezogen auf die Orginalsubstanz für jeden Trockenmassegehalt ein anderer Richtwert gilt. Das ist natürlich in der Praxis nicht zu gebrauchen.
Werden die Gehalte auf den TM-Gehalt bezogen gilt immer derselbe Richtwert.

PS.: Da der tatsächliche Bedarf von vielen Faktoren abhängt, ist es besser nicht von Richtwerte zu sprechen. Der bessere Ausdruck ist „Erfahrungswerte“: Wenn der Gehalt so hoch ist, dann funktioniert die Biologie normalerweise hemmungsfrei.

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